Förderverein e.V. für das Deutsche Schützenmuseum und die Gründungsstätte Gotha von 1861 des Deutschen Schützenbundes

(gegründet 1994 als"Förderverein Deutsche Schützentradition")


Die Gründung


Im Jahre 1994 kamen auf Initiative des Gothaers Theodor Bonsack und des Uelzeners Helmut Harms in Goslar einige traditionsbewusste Schützen zusammen, die sich zum Ziel setzten, sich um die Erhaltung und Pflege der Gründungsstätte des Deutschen Schützenbundes zu bemühen.

Diese Gruppe nannte sich "GOSLAER ARBEITSKREIS". Aus dieser Gruppe entstand der Wille, einen

Förderverein zu gründen, der Interessierte aus ganz Deutschland vereinen sollte. Die Ziele wurden in einem Positionspapier erklärt.

Am 14. August 1994 gründete sich in Gotha der FÖRDERVEREIN DEUTSCHE SCHÜTZENTRADITION

an der Stätte, an der 1861 der erste deutsche Sportverband, der Deutsche Schützenbund, aus der Taufe gehoben wurde.

                                                                                

In feierlichem Rahmen sprachen Schützen aus allen Teilen Deutschlands an der "Gothaer Tafelrunde" die Ziele des Vereins aus:

  • Erhaltung und Pflege der Gründungsstätte des DSB
  • Förderung der Treffen der "Ältesten" im DSB
  • Förderung der Erarbeitung historischer Schützenliteratur sowie Veröffentlichung der Ergebnisse                                  
  • Gegenseitige Unterstützung bei der Suche und Forschung nach historischen              Schützenmemorabila 

Dies sollte stets im guten Zusammenwirken im Deutschen Schützenbund und mit diesem erfolgen.




Die Gründungsmitglieder der Fördervereins Deutsche Schützentradition am 
14. August 1994 in der Stadthalle Gotha


Helmut Harms - Ulzen, Theodor Bonsack - Gotha, Rolf Schmidt - Dr. Hermann Tallau - Duderstadt,
Siegfried Sterzing - Hamburg, Rudolf Koch - Bamberg, Helmut Becker - Goslar, Hans-Joachim Beck - Gotha,
Ralf Schöler - Gotha, Thilo Distler - Scharnebeck, Heinz Blockwitz - Leipzig, Wolfgang Winkler - Burgwedel,
Rosemarie Harms - Uelzen,  Walter Nalborski - Ronneburg, Wolfgang Kupferschmidt - Rehsen, Walter Preß-Rehau,
Manfred Rohde - Plauen, Wolfgang Seyfarth - Gotha,  Bernhard Brandt - Ulzen, Hans-Jürgen Meyerhof - Uelzen, Hans-Jürgen Voigts - Uelzen, Lutz Giesenschlag - Essen
Jenaer Schützenverein "Erlkönig" 1306                                    
Kgl. privilig. Hauptschützengesellschaft Weissenburg/Bayern
Altschützengesellschaft Ohrdruf
Schützenverein 1862 Groß-Umstadt
Kgl.-Sächsischer Militärverein 1869 Plauen
Schützengesellschaft der Stadt Duderstadt seit 1302


1.Vorstanddes FVDST 1994 (von links nach rechts): Ralf Schöler, 

Hans-Joachim Beck, Helmut Becker, Helmut Harms, Theodor Bonsack,

Rolf Schmidt, Dr.Roland Berndt, Wolfgang Meister, Joachim Meyer



Positionspapier Goslar 1994

Das Positionspapier wurde am 30.Januar 1994 unterzeichnet:

Helmut Harms - Uelzen, Helmut Becker - Goslar, Theodor Bonsack - Gotha, Dr. Hermann Tallau - Duderstadt,

Hans-Joachim Beck - Gotha, Thilo Distler- Scharnebeck, Rolf Schmidt - Gotha


            Gründung eines Fördervereins Deutsche Schützentradition

                                             - Positionspapier des Goslarer Arbeitskreises -  

Das Schützenwesen in Deutschland ist in seiner historischen Entwicklung ein bedeutender kultureller und soziologischer Faktor, der den Menschen in den Schützenvereinen wichtige innere Werte vermittelt. 

So kann der Bürger aus den Anstrengungen des Alltags eintauchen in die  Gemeinschaft gleichgesinnter Schützenbrüder und Schützenschwestern, die in dieser Besonderheit einen festen Zusammenhalt, Kameradschaft und Brauchtum ausprägen,  wie es sonst kaum noch geschieht. Es wird nicht nur der Beste geachtet, sondern auch dem Glücklichen, den Originellen, dem Freizügigen oder dem Bescheidenen Achtung  

Da findet auch der aktive Schütze, der einmal Gipfel sportlicher Höchstleistungen erklommen hatte, nach dieser stark leistungsbezogenen Motivation dann, wenn seine Leistung allmählich altersbedingt nachlässt, im Kreise seines Vereins Bestätigung und Freude an der traditionsbezogenen Tätigkeit. Die gewachsenen Gemeinschaften, die Bräuche und Gewohnheiten sind in den einzelnen Regionen so vielgestaltig, dass sich ein überaus farbiges Bild darbietet, wenn man sich einmal einen umfassenden

Gesamtüberblick verschafft. 

Doch gerade hier mangelt es im deutschen Schützenwesen an einer zielgerichteten und wissenschaftlich begleiteten Arbeit.  

So haben sich eine Reihe von Männern verschiedener deutscher Traditionsvereinezusammengetan und den Gedanken reifen lassen, einen "Förderverein Deutsche Schützentradition" (Arbeitstitel) zu gründen. Dieses in seiner Bedeutung gewiss historische Treffen am 30. Januar 1994 in Goslar brachte ein Positionspapier zustande, welches die vielfältigen Möglichkeiten eines solchen Fördervereins darstellt.

Angesichts der großen historischen Bedeutung für den Gedanken der Einheit, der bei der Gründung des Deutschen Schützenbundes vom Gründungsort Gotha ausging, und der Tatsache, dass das gesamte Anwesen in Gotha noch in seiner architektonischen Einheit vorhanden und dem Schützenwesen erhalten geblieben ist, liegt der Gedanke nahe, dort im thüringischen Gotha den Sitz eines solchen Fördervereins anzusiedeln.

Die gegebenen Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Arbeit unter Anbindung der zur Versammlung hunderter Schützen bei Veranstaltungen in der Gründungshalle des DSB und am Denkmal des ersten Präsidenten, Albert Sterzing, waren wichtige, ja entscheidende Argumente für diese Absicht.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Deutsche Schützenbund für die Entwicklung des leistungsbezogenen Schießsports eminent viel getan hat und dies natürlich auch weiterhin tun wird. Doch in einer Zeit, in der immer mehr der Verfall moralischer Werte beklagt wird, in der die Menschen eine lohnenswerte Orientierung für ihr Leben brauchen, ist es eine wichtige Aufgabe, die im Schützenwesen Deutschlands ruhenden Potenzen unter der Beteiligung des Präsidiums unseres großen Bundes sowie aller Landesverbände und Schützenvereine zu erschließen und als belebendes Element zu nutzen.

Die nachstehend aufgeführten Absichten sind erste Prämissen, die von einem in absehbarer Zeit zu gründenden  

1. Allgemeine Ziele

1.1. Einrichtung eines Archivs für die bundesübergreifende Traditionsarbeit und wissenschaftlich betreuende Arbeit zur Erfassung der vielfältigen Bräuche und Traditionen deutscher Schützen.

1.2. Organisation und Betreuung der regelmäßigen Bundestreffen der ältesten Schützenvereinigungen Deutschlands

1.3. Mitwirkung und Unterstützung bei der Regelung der Rechtsfragen und Eigentumsrestitution der Schützenvereine in den neuen Bundesländern.

1.4. Sicherung der Gründungsstätte des Deutschen Schützenbundes und Betreuung bei der Ausgestaltung der Gründungshalle, des Ehrenhaines mit Sterzing-Denkmal sowie des historischen Anwesens.

1.5. Pflege von Kontakten zu anderen, auch internationalen traditionsbezogenen Schützenkorporationen.

2. Spezifische Zielstellungen

2.1. Errichtung eines Ausstellungszentrums für kultur-historische, kunsthandwerkliche und künstlerische Darstellungen des Schützenwesens.

2.2. Herausarbeitung der Traditionslinien im Deutschen Schützenwesen unter besonderer Behandlung regionaler Eigenheiten von Traditionen und Bräuchen in Deutschland, darunter:

- Schützenfeste, Vogelschießen

- Schützenmoden, Schützentrachten

- ein Zweig der Schützenfeste - das Volksfest und anderes mehr.

2.3. Archivierung der Unterlagen des ehemaligen Deutschen Schützenverbandes der DDR

        Die Spaltung des Schützenwesens im Deutschland des 20. Jahrhunderts.

        Die schicksalhafte Fehlentwicklung durch Politisierung und Klassenkampf.

2.4. Archivierung aller traditionsbezogenen Literatur, Festbroschüren, Schriften, Chroniken, Fotos, Videos und Tonträgern der Vereine und Verbände unter dem Aspekt der ständigen Nutzbarkeit durch interessierte Schützen und Historiker.

2.5. Erarbeitung und Herausgabe neuer Literatur durch die Mitarbeit kompetenter Journalisten, Historiker und Schützen.

2.6. Veranstaltung von Symposien und Vertragsreihen nach thematischen Zielstellungen.

2.7. Veranstaltung von öffentlichen Wettbewerben auf den Gebieten Malerei, Grafik, Plastik, Foto, Journalistik, Literatur, Philatelie mit Ausstellungen.

Aufgabenstellungen dieser Art werden durch einen tragfähigen Förderverein dann in die Tat umgesetzt werden können und zur Erbauung und Freude der traditionsbewussten Schützen Deutschlands beitragen, wenn es gelingt, ausgehend vom Präsidium des Deutschen Schützenbundes über den Gesamtvorstand, die Landesverbände bis hin zu den Vereinen Mitstreiter zu finden, die hier mit den Initiatoren gleichen Sinnes sind.

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dieses Positionspapier als Vorlage in Präsidium und Gesamtvorstand einzubringen, um hier zu erreichen, dass sich die Repräsentanten des Deutschen Schützenbundes damit vertraut machen und möglichst identifizieren können.

Es wird dann an allen Vereinen liegen, wie sie diese sich bietenden Möglichkeiten der Selbstdarstellung aber auch Nutzung des entstehenden Fördervereins und  dessen Ideen für ihre Tätigkeit mit eineziehen.

Das wir ein großes Echo bei den deutschen Schützen erreichen mögen, das wünschen sich die Männer des Goslarer Arbeitskreises zur Gründung des Fördervereins Deutsche Schützentradition.